Erntedank am Altar aus Stroh
Petra Biesenthal

Am vergangenen Sonntag, 24. September, ging das Familiengottesdienst-Team der Evangelischen Kirchengemeinde Hennef „auf Tour“. Auf dem Hennefer Wiesengut, einem Versuchsbetrieb für Organischen Landbau der Universität Bonn, feierten etwa 200 große und kleine Gemeindeglieder einen Erntedankgottesdienst.

Pfarrer Niko Herzner eröffnete den Gottesdienst der ‚Kirche für Kleine und Große‘ in der Hofscheune, in der sich die Rundballen eindrucksvoll stapelten bis zur Decke. Der ganze Altar bestand an diesem Tag aus Stroh und Erntegaben, die farbenfroh geschmückt waren. Der Bläserchor der Kirchengemeinde begleitete den Gottesdienst musikalisch.

2017 Erntedank-KKG1Betriebsleiter Dr. Martin Berg erklärte den Besuchern die Aufgaben des Wiesengutes und informierte über den Anbau von Kartoffeln. Geduld ist gefragt, so Berg, wenn aus einer gepflanzten Kartoffel innerhalb eines Jahres zehn bis fünfundzwanzig Kartoffeln werden. Wird jede einzelne dieser Kartoffeln erneut eingepflanzt und dies sechs Jahre lang wiederholt, werden aus einer Kartoffel 100 Tonnen Kartoffeln – eine unvorstellbar große Menge.

Wichtig ist, nach dem Einpflanzen Geduld zu haben und gelassen zu sein. Damit schlug Pfarrer Niko Herzner die Brücke zum Predigttext im Brief des Jakobus, der empfiehlt: „Übt euch also in Geduld, liebe Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn! So wie der Bauer: Er wartet auf die kostbare Frucht der Erde und harrt geduldig auf sie.“

Am Abendmahl durften in diesem Gottesdienst alle teilnehmen – Groß und Klein, die einen riesigen Kreis bildeten und nacheinander Brot und Traubensaft empfingen. Nach dem altbekannten Wochenlied zu Ern-tedank „Wir pflügen und wir streuen“ endete der Gottesdienst wie gewohnt mit dem Segen Gottes.

Text & Fotos: Petra Biesenthal