Weihnachtsgruß
Stefan Heinemann

Liebe Seniorinnen und Senioren unserer Kirchengemeinde!

Achtsam müssen wir sein in diesen Wochen und Monaten. Wir sollen darauf achten, dass so wenig Menschen wie möglich die selbe Luft atmen.
Auch in unseren Kirchenräumen achten wir die Hygiene-Regeln und unser Gemeindeleben ist dadurch stark eingeschränkt. Gruppentreffen und Adventsfeiern fallen aus, Begegnungen an unserem Weihnachtsmarktstand waren nicht möglich, Gottesdienste können nur mit Mund-Nase-Schutz und Abstand gefeiert werden.

Wir suchen andere Wege, als Gemeinde in Kontakt miteinander zu sein, und so sind wir „digital“ viel aktiver geworden und versuchen gerade ältere, allein lebende Personen mit unserem Telefonbesuchsdienst zu begleiten. Dabei ist uns bewusst, dass wir viele unserer Gemeindeglieder gar nicht erreichen.
Fast 1.300 Menschen in unserer Gemeinde sind über 70 Jahre alt. Sie alle werden in diesen Tagen „Risikogruppe“ genannt, bekommen in der Apotheke FFP2-Masken ausgehändigt und sollen sich besonders isolieren.
Und das ist schmerzhaft und traurig.

Zerbrochene Pläne
Auch in Ihrem Alltag werden in den letzten Wochen und Monaten schon manche Pläne zerbrochen sein: Geburtstagsfeste, Familienfeste und Adventsaktivitäten wurden abgesagt, Reisen storniert, Besuche aufgeschoben. Viele ältere Menschen werden immer einsamer, es fehlen körperliche Berührungen und menschliche Wärme und das Telefonieren kann auch lästig werden…
Sie haben schon so viel mitgemacht in Ihrem Leben und jetzt müssen Sie auf Ihre alten Tage noch so eine Pandemie miterleben. Was für ein Mist!
Ja, es ist Mist. Und in diesem Mist will uns Gott begegnen.

Im Christkind sehen wir unsere eigene Verletzlichkeit
Deshalb: „Achten Sie bitte auf das Kind in der Krippe. Besonders am Frohen Fest.“
In dem neugeborenen Kind begegnet uns unsere eigene Verletzlichkeit, Ausgeliefertsein, Angewiesensein. So ein Neugeborenes ist vielen Risiken ausgesetzt und wir können in den biblischen Erzählungen nachlesen, dass Jesus in einem Stall als Notunterkunft geboren ist und dann so bedroht war, dass seine Eltern mit ihm nach Ägypten geflohen sind. (Mt 2,13-15) Gott geht das Risiko ein, Mensch zu werden, sich der Endlichkeit und Verwundbarkeit allen Lebens auszuliefern und ist uns nahe in allem, was unser Leben bedroht. Der erwachsene Jesus ist unseren Tod gestorben. Gott ist an unserer Seite – in allem.
Achten Sie auf das Kind.

Dieses Kind liegt nicht im Himmelbett, es ist den Härten des Lebens ausgesetzt- so wie wir. Dieses Kind teilt unsere Trauer, unseren Schmerz, unser Leben, unseren Tod. Es ist der Grund der Weihnachtsfreude: Jesus bedeutet „Gott rettet“.

Ich wünsche Ihnen Freude und Segen in der Weihnachtszeit.

Herzliche Grüße sende ich Ihnen im Namen des Pfarrteams und der Mitarbeiterinnen in der SeniorInnenarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Hennef. Bleiben Sie behütet!

Antje Bertenrath, Pfarrerin