Am 10. November 1938 wurde die Geistinger Synagoge niedergebrannt. Ein Datum welches Stellvertretend für den Terror, die Angst und den Tod von jüdischen Menschen im ganzen Land – und eben auch in Hennef – steht. Auch in diesem Jahr laden die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden gemeinsam zum jährlichen Gedenken an die Hennefer Opfer des Holocaust ein. „Mit dem Gang des Gedenkens erinnern wir an die Menschen, die aus der Mitte unserer Stadt deportiert und ermordet wurden, um ihnen die Ehre zu geben, die ihnen hier verwehrt wurde.“ beschreibt Pfr. Herzner die Motivation der Vorbereitungsgruppe. „Wir erinnern an die Zerstörung, und Gewalt, an die Ausgrenzung und den Rassismus, der aus unserer Mitte kam, um uns zur Wachsamkeit zu mahnen. Zachor! Erinnere Dich!“ Der tägliche Blick in die Nachrichtenmeldungen macht deutlich, wie wichtig es ist Haltung zu zeigen. Das ökumenische Gedenken am 10. November möchte dies seit über 30 Jahren mahnend sichtbar machen.
Gerade in den aktuellen politischen Entwicklungen ist es wichtig sich zu erinnern und auch en sichtbares Zeichen zu geben, dass Ausgrenzung, Herabwürdigung und Entmenschlichung nicht mit dem Glauben an denen einen, liebenden Gott zu verbinden ist, als dessen Kinder wir Christinnen und Christen gemeinsam mit den Jüdinnen und Juden bekennen.
Dienstag, 10. November 2026
19.00 Gedenkstunde in der Pfarrkirche St. Michael Geistingen anschließend Gang zur ehemaligen Synagoge (Bergstrasse) dort jüdisches Totengebet (Kaddisch)

Eine Zusammenstellung von Informationen über die jüdische Gemeinde in Geistingen findet sich im „Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum“.
Wir weisen auch auf die Vorführung des Films „Die Hennefer Stolpersteine“ am Vortag des Gang des Gedenkens in der Meys Fabrik hin: Informationen zur Filmvorführng am 09. November 2026
Niko Herzner