Wenn Dein Kind was lesen will …
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Kinderbibeln und Glaubensbücher gibt’s wie Sand am Meer. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Diese kleine Auswahl an Büchern bringt Kinderaugen wirklich zum Glänzen und Erwachsene auf gute Gedanken. Empfehlungen von Pfarrer Stefan Heinemann.

2017 Buchempfehlung 1Das große Bibel-Bilderbuch
Für jedes unserer drei Kinder war dies die erste Kinderbibel, die sie schon ab zwei Jahren mit uns Eltern kennengelernt haben. Heute überrasche ich die Großen manchmal dabei, wie sie dem Kleinen daraus vorlesen. Das geht gut!
Denn der Erzähltext von Helmut Haug erzählt spannungsreich in kurzen Sätzen nach, so dass auch schon Kindergartenkinder die biblischen Geschichten nachvollziehen können. Die Illustrationen von Kees de Kort sind ausdrucksstark und gefühlvoll: Personen und ihre Emotionen stehen im Vordergrund. Landschaften, Häuser oder Gegenstände treten dagegen in den Hintergrund. Beides zusammen bildet eine Einheit, die Kinder schon früh anspricht.
Im Zentrum der Erzählung und der Bilder steht die Zuwendung Gottes zu den Menschen, die besonders in der Gestalt Jesu erkennbar und spürbar wird. Ein Anhang für Erwachsene bietet Bibelstellen, Hinweise, Verständnishilfen und Impulse zum Gespräch mit Kindern.
„Das große Bibel-Bilderbuch“, Kees de Kort / Helmut Haug, 1998. 352 Seiten, 29 € (ISBN: 978-3-438-04142-5)

2017 Buchempfehlung 2Kinderbibel
Diese Kinderbibel ist geeignet für ältere Kinder – zum Vorlesen ab sechs Jahren und zum Selbstlesen ab neun Jahren. Die farbenfrohen und tiefsinnigen Bilder bieten ihnen ein spannendes Feld für Entdeckungen – auch wenn manche Bilder von Erwachsenen erläutert werden müssen. Die erfahrene Kinderbuchillustratorin Annegert Fuchshuber sah es als Krönung ihres Lebenswerkes an, eine Kinderbibel zu illustrieren. Ihre Bilder sind tiefgründig gestaltet und theologisch reflektiert.
Aus der Fülle der biblischen Überlieferung hat Werner Laubi 125 Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament ausgewählt. Er erzählt sie nah am biblischen Text. Unklares und Unbekanntes wird im Text erläutert. Um diese Bibel selber lesen zu können, müssen Kinder allerdings eine entwickelte Lesefähigkeit mitbringen.
„Kinderbibel“, Werner Laubi / Annegert Fuchshuber, 2010, 274 Seiten, 22 € (ISBN: 978-3-7806-2409-3)

2017 Buchempfehlung 3Zum Taufen nimmt man Wasser ohne Seife
Eigentlich ist Florian ganz mutig. Nur beim Haarewaschen und Duschen hat er Angst. Da kriegt er immer Schaum in die Augen und das brennt wie Hölle. Kein Wunder, dass er sich vor ihrer Taufe Sorgen um seine kleine Schwester Sophie macht. Aber – ein Glück! – dazu nimmt man ja Wasser ohne Seife …
Dieses schöne Bilderbuch ist geeignet zur Vorbereitung auf die Taufe, aber auch zum späteren Erinnern und Vertiefen des Erlebten. Die Bedeutung der Taufe wird erklärt – aber auch, wozu das Wasser und der Segen, die Paten und die Taufkerze da sind. Ein Buch, das Lust und Mut zur Taufe macht. Schön!
„Zum Taufen nimmt man Wasser ohne Seife“, Ursel Scheffler / Jutta Timm, 2008, 32 Seiten, 13 € (ISBN: 978-3-522-30063-6)

2017 Buchempfehlung 4„Religionen. Woran wir glauben“
Wenn Kinder älter werden, interessieren sie sich für die Unterschiede. Gerade darin entdecken sie, was für den eigenen Glauben wichtig ist. Die Neuauflage dieses Was-ist-Was-Buches beeindruckt durch großformatige Bilder und sachliche, ausgewogene Erklärungen. Spannende Experten-Interviews und faszinierende Fotoberichte geben Kindern ab 8 Jahren einen ersten Einblick in die Vielfalt der Religionen.
Weil das Buch jedoch den Überblick bieten will, bleibt für jede einzelne der fünf Weltreligionen nicht viel Platz. Man darf sich also nicht zu viel Detailinformationen versprechen – etwa zu den Unterschieden zwischen Katholizismus und Protestantismus. Dass Glaube aber auch ganz anders gedacht und gelebt werden kann – dafür kann dieses Buch die Augen öffnen.
„Was-ist-Was Band 105. Religionen. Woran wir glauben“, Martina Gorgas, 2014, 48 Seiten, 10 € (ISBN 978-3-7886-2061-5)

2017 Buchempfehlung 5Unser Kind fragt nach Gott
Wenn Kinder nach Gott fragen, geraten Eltern schon mal ins Schwimmen. Es geht um die Begegnung mit Leid und Tod, Beten, Rituale und Feste im Kirchenjahr. Claudia Filker hat ein ansprechend gestaltetes Taschenbuch geschrieben, dass Eltern hilft, religiöse Bildung im Familienalltag kind- und sachgerecht zu vermitteln. So schildert sie kurze Gesprächssequenzen mit Kindern. Beispiele und konkrete Tipps machen ihre Texte anschaulich. Offene Fragen ermutigen Eltern, sich weiter mit den Themen auseinanderzusetzen.
Es ist ein Buch, das unbedingt empfehlenswert ist für Eltern, die bereits etwas über den christlichen Glauben wissen. Es ist aber auch empfehlenswert für alle, die Offenheit und Interesse für die religiösen Fragen ihrer Kinder mitbringen.
„Unser Kind fragt nach Gott. Wie Sie mit Ihrem Kind über Gott reden können“, Claudia Filker, 2007, 96 Seiten, 9 € (ISBN: 978-3-4172-0683-8)