Pfingsten in der Pizzeria
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Vor einiger Zeit war ich in einer Stehpizzeria und habe dort einen Salat gegessen. Da kommt ein Mädchen, vielleicht acht oder neun Jahre alt, in die Pizzeria. Es hat einen bunten Schulranzen auf dem Rücken. Woher es wohl kommt? Syrien? Irak? Afghanistan?
Es zeigt auf ein Körbchen hinter der Glasscheibe. Darin sind einige von den leckeren kleinen Pizza-Brötchen. Die hat der Pizzabäcker mir zu meinem Salat dazu gegeben. Und ein Plastiktöpfchen mit Butter ist auch dabei.

„Was kostet?“, fragt das Mädchen.
„Eine Äuro sechzig“, lautet die Antwort vom Pizzabäcker mit dem vertrauten italienischen Akzent.
Das Mädchen kramt umständlich in seiner Hosentasche herum, und legt Geld auf die Theke. Bis die Hosentasche leer ist. Alles, was sie hat.
Der Pizzabäcker wirft nur einen flüchtigen Blick darauf. Ihm ist sofort klar, dass da keine ein Euro sechzig zusammenkommen. Nie und nimmer. Beim besten Willen nicht.

Der Pizzabäcker sagt nur: „Warte!“
Er schiebt die Brötchen in den Ofen. Das Mädchen wartet, bis der Pizzabäcker ihm eine Tüte mit den warmen Brötchen und dem Buttertöpfchen über die Theke reicht.
Er lächelt es an und sagt: „Bitteschön, junges Fräulein! Gute Aptit!“ Das Mädchen strahlt den Mann an. Dann marschiert es aus dem Laden, als ob der dicke Ranzen auf seinem Rücken gar kein Gewicht hätte.

„Sie sind aber wirklich großzügig!“
Sage ich zum Pizzabäcker, als es draußen ist. Der freut sich über das Kompliment und knipst mir ein Äugschen und sagt: “Ja, musse immer auch ein bisschen helfen auch.”
Ich freue mich mit. Ja! So einfach ist es. Die Sprache der Liebe überwindet Grenzen. Da verstehen sich zwei, auch ohne viele Worte. Die Liebe macht Wunder, immer wieder, große und kleine.
Gottes Geist wirkt solche Liebe. In vielen Situationen. Wenn sich zwei nicht verstehen, wenn etwas ziemlich verfahren ist und jedes weitere Wort nichts mehr zu bringen scheint.
Gottes Geist hilft, sich jenseits aller Worte zu verstehen und macht erfinderisch. Hier und heute. Auch Sie und mich!

Möge die Hennefer Kirchengemeinde getreu ihres pfingstlichen Mottos auch weiterhin offen bleiben für Gottes unvorhersehbaren Geist.

Ihr Pfarrer Frank Küchler