Namibianer zu Gast
Ulli Grünewald

Für zwei Wochen war eine dreiköpfige Delegation aus Tsumeb, Namibia zu Gast im evangelischen Partnerkirchenkreis ‚An Sieg und Rhein‘. Seit 20 Jahren wir die Partnerschaft getragen vom Arbeitskreis „Tsumeb“, dessen Mitglieder sich bei Besuchen inhaltlich austauschen und gemeinsam Projekte umsetzen – so werden die namibianischen Partner unter anderem bei einem Kindergarten sowie einem Anti-AIDS-Programm finanziell unterstützt.

Ende Mai waren nun Superintendentin Gerda Kayambu gemeinsam mit Ruben Tsuseb und Karolina Damaseb in der Evangelischen Kirchengemeinde Hennef zu Gast. Später reisten sie zum Evangelischen Kirchentag in Berlin weiter.
Schwerpunktthemen des diesjährigen Delegationsbesuches waren Migration und Umweltschutz. Die Erfahrungen dazu sind groß im Hennefer Umweltkreis, in dem sich seit 44 Jahren Mitglieder der evangelischen sowie der katholischen Liebfrauen-Gemeinde engagieren.

Den Gästen aus Namibia berichtete Hildegard Halbig über Nistkästen, die überall in Hennef aufgehängt und gepflegt werden, und über das Sammeln von Flaschenkorken, die in Kooperation mit einer Behindertenwerkstatt in Süddeutschland recycelt werden. In der Vergangenheit hatte der Umweltkreis auch Aluminium gesammelt – ein Vorreiterprojekt für die heutige Mülltrennung.
Monika Schneider erzählte vom „Tschernobyl-Projekt“, in dessen Rahmen von 1992 bis 2014 über 400 Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren jeweils für drei bis vier Wochen in Form eines „Erholungsaufenthaltes“ in Hennefer Gastfamilien untergebracht wurden. Die Kinder wurden nicht nur medizinisch in der Kinderklinik St. Augustin und von Zahnärzten betreut. Vielmehr war es wichtig, dass die Kinder nach dem Super-GAU im Kernkraftwerk Tschernobyl 1986 eine Zeitlang aus den kontaminierten Gebieten herauskamen, um sich zu regenerieren. Mitunter eine wahre Odyssee sei die Organisation und Durchführung dieses Projektes gewesen, so Monika Schneider, aber auch etwas ganz besonderes.

2017 TsumebPfarrer Stefan Heinemann moderierte an diesem Nachmittag den rund zweistündigen Erfahrungsaustausch, bei dem neben einem spannenden Bienenexkurs Beata Eickelmanns sowie Wissenswertem über das Reparatur-Café von Hans-Georg Schoneberg auch Richard Brand als Referent für Umwelt, Klima und Energie vom Evangelischen Landeskirchenamt in Düsseldorf noch Interessantes zu berichten hatte.

Text & Fotos: Ulli Grünewald