KiTa steht vor Veränderungen
Christoph Hack

Trägerwechsel im August beschlossen
In einer Sondersitzung hat das Presbyterium unserer Kirchengemeinde Mitte Februar beschlossen, sich im Bereich der KiTa-Arbeit mit anderen evangelischen Kirchengemeinden in der Region zusammenzuschließen und die eigene KiTa ‚Regenbogen‘ ab Sommer 2019 durch das neu gegründete KiTa-Referat des Evangelischen Kirchenkreises ‚An Sieg und Rhein‘ betreiben zu lassen. Formalrechtlich notwendig ist dazu ein Trägerwechsel von der Evangelischen Kirchengemeinde Hennef hin zum Evangelischen Kirchenkreis ‚An Sieg und Rhein‘, dessen Mitglied die Kirchengemeinde ist.
An Betreuungsstrukturen und Anstellungsverhältnissen, pädagogischem Konzept und Gemeindeanbindung im Kindergartenalltag soll sich nichts ändern. Die KiTa ‚Regenbogen‘ bleibt auch nach dem Trägerwechsel erlebbar Teil unserer Kirchengemeinde. Das ist erklärter Wille des Presbyteriums, das die Betriebsführung der KiTa laut Satzung des KiTa-Referats jederzeit wieder übernehmen kann.

Kirchengemeinde bleibt in Verantwortung
Nach Genehmigung durch die Kommune Hennef und durch den Landschaftsverband Rheinland im März übernimmt das KiTa-Referat voraussichtlich zum Wechsel des Kindergartenjahres am 1. August 2019 die Betriebsführung der KiTa. Die Kirchengemeinde bleibt jedoch in Verantwortung für ihre KiTa, die sie seit 25 Jahren engagiert betreibt: Für Kosten in Höhe von aktuell über 80.000 Euro, die nicht durch Zuschüsse Dritter abgedeckt werden, muss weiterhin die Kirchengemeinde aufkommen. Gebäude und Grundstück bleiben im Eigentum der Kirchengemeinde – für die Überlassung zahlt der Kirchenkreis keine Miete. Die Kirchengemeinde hat umgekehrt aber das Recht und die Pflicht zur religionspädagogischen Arbeit in der KiTa.

Ungleichbehandlung durch Kommune
Unabhängig vom geplanten Trägerwechsel steht die Kirchengemeinde derzeit in Verhandlungen mit der Kommune Hennef über deren freiwillige Förderbeiträge. Nach einem Beschluss des Stadtrats von 2012 bekommen kirchliche Träger keine freiwilligen Förderbeiträge der Stadt. Im Falle der KiTa ‘Regenbogen’ werden 88 Prozent des Kostenaufwands refinanziert, die restlichen zwölf Prozent werden als Trägeranteil aus kirchlichen Finanzmitteln bestritten. Andere freie KiTa-Träger erhalten 91% ihrer Trägeranteile erstattet durch verpflichtende Zuschüsse – und weitere 8% durch freiwillige Förderbeiträge der Kommune. Das Presbyterium erlebt diesen Zustand, der in der Region Seltenheitswert hat, als massive Ungleichbehandlung.
Der Gemeindevorstand hat keinerlei Interesse daran, nach über 50 Jahren Kita-Betrieb die einzige evangelische KiTa in Hennef zu schließen. Aber sollte die Kommune Hennef unverändert bei ihrer Haltung bleiben, steht das Presbyterium in Zeiten stagnierender Kirchensteuereinnahmen vor der Frage, ob eine mittelfristige Schließung der KiTa als realistische Handlungsoption mitbedacht werden muss.

Mehrere Informationsveranstaltungen
Über Beweggründe und Konsequenzen insbesondere des Trägerwechsels informieren Gemeindeleitung und Trägervertretung in mehreren Veranstaltungen: Am Mittwochnachmittag, 6. März, werden alle Mitarbeitenden der Gemeinde umfassend informiert. Am Donnerstagabend, 7. März, ab 20 Uhr sind die KiTa-Eltern zu einer Elternversammlung in das Gemeindehaus an der Christuskirche, Beethovenstraße 44 eingeladen.
Auch auf der Gemeindeversammlung am Sonntag, 10. März, ab 11 Uhr in der Christuskirche werden Trägerwechsel und freiwillige Förderbeiträge Thema sein.