KiTa-Brandstifter verurteilt

Mitte November hat das Schöffengericht Siegburg einen 22jährigen aus Windeck für schuldig befunden, am 15. Juli 2014 das alte Gebäude der KiTa ‚Regenbogen‘ in Brand gesteckt zu haben. Der junge Mann war geständig. Das Urteil: Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten im offenen Vollzug wegen versuchter schwerer und vollendeter einfacher Brandstiftung.

In der Nacht zum 15. Juli 2014 war die evangelische Kindertagesstätte in Brand gesetzt worden. Beinahe 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, konnten aber nicht verhindern, dass das Gebäude komplett ausbrannte. Für Erzieherinnen, Kinder und Eltern war diese Nacht ein Schock. Lange war über die Identität des Brandstifters gerätselt worden.

Beim Prozess unter Vorsitz von Richter Hauke Rudat wurde nun deutlich, dass der Verurteilte eine überaus schwierige Kindheit und Jugend erlebt hatte. Er litt an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), wechselte mehrfach die Schule und landete schließlich auf einer Förderschule, galt dort aber als nicht sozialisierbar. Im Rahmen einer Auslandsmaßnahme des Jugendamtes war er mehrere Jahre in der Ukraine.
Zurück in Deutschland schien er Fuß zu fassen. Lebensgefährtin und Kind gaben ihm Halt – bis er durch eine betriebsbedingte Kündigung seine Arbeitsstelle verlor. Die Frustration darüber brachte ihn „auf dumme Gedanken“.
In die evangelische Kindertagesstätte brach er ein, weil er dort Geld vermutete. Als er nichts fand, zündete er die KiTa an, um Spuren zu verwischen.

Für den Angeklagten habe gesprochen, dass er keine Vorstrafen hatte und sich geständig zeigte, erklärte Richter Rudat. Andererseits sei durch die Brandsitftung ein immenser Schaden entstanden. 80 Kinder, Eltern und Erzieherinnen seien aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen worden. Die 24 Container, die als Ersatz in der Deichstraße aufgestellt wurden, dienen Erzieherinnen und Kindergartenkindern bis heute als Behelfsunterkunft.

Text: Stefan Heinemann
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