Kinderrechte schaffen Zukunft
Olga Graf

Leider konnte auf Grund der Situation (Covid-19) keine Aktionen zum Weltkindertag auf dem Hennefer Marktplatz stattfinden. Das fanden wir sehr schade für unsere Regenbogenkinder, die ansonsten immer gerne dieses Angebot wahrgenommen hätten. Wir überlegten kurzerhand wie wir dem etwas entgegenwirken können. In den letzten Monaten mussten alle Kinder schon auf so vieles verzichten.
Es kam uns die Idee eine Projektwoche zum diesjährigen Weltkindertagthema: “Kinderrechte schaffen Zukunft”, anzubieten. Es ist wichtig, dass mit allen Kindern über Kinderrechte gesprochen wird. Kinder haben Rechte und sie haben ein Recht, diese zu erfahren. Wir waren sehr gespannt, wie unsere Regenbogenkinder es aufnehmen würden. Ob sie überhaupt etwas mit dem Thema “Rechte” anfangen können.

Was heißt Recht überhaupt? Welche Rechte gibt es? Warum gibt es sie? Mit diesen Fragen und noch vielen weiteren Fragen setzten wir uns auseinander. Besonders beschäftigte uns die Frage, welche dieser Rechte in unserer KiTa umgesetzt würden. Es war sehr interessant, wie viele Ideen und welche Aussagen unsere Regenbogenkinder tätigten. Alle kann ich hier nicht wiedergeben, denn das würde den Rahmen sprengen. Doch einige Aussagen möchte ich ihnen nicht vorenthalten:

Ich habe ein Recht auf spielen. Ich darf essen und trinken, wann und so viel ich will. Ich kann mit Freunden spielen und Quatsch machen. Ich darf Astronaut werden. Ich kann Nein sagen. Niemand darf mich schlagen oder treten. Ich darf meine Laterne aussuchen. Ich habe Essen, Kleidung, Freunde, Spielzeug und ein Haus zum Wohnen. Ich darf sagen, was ich denke. Ich habe Recht auf Hilfe von den Großen. Jeder darf so sein, wie er ist. Mama und der Arzt machen mich gesund, wenn ich krank bin. Und wenn ich verletzt bin krieg ich ein Pflaster und eine Spritze. Für unsere Wünsche und Beschwerden gibt es eine Schatztruhe, da steck ich einen Zettel rein. Freitags reden wir dann mit allen darüber im Flur…….”

Auf Plakaten wurden die Rechte von unseren Regenbogenkindern gemalt und die Erwachsenen schrieben die Rechte in Kinderworten dazu. Diese Plakate wurden im KiTa-Schaukasten ausgehängt. Damit sie von allen bewundert werden konnten. Mit einem Kamishibai (Tischtheatervorführung) über Kinderrechte und einem Bilderbuch “Ich bin ein Kind und ich habe Rechte” überraschten wir unsere Regenbogenkinder. Aufmerksam hörten sie zu und konnten im Anschluss den Inhalt wiedergeben. Alle Regenbogenkinder machten begeistert mit und so wurde es ein schönes Projekt.

Die Befürchtungen im Vorfeld, dass es eventuell ein zu komplexes und langweiliges Thema für unsere Regenbogenkinder sein würde, bestätigte sich nicht. Das Gegenteil war der Fall. Unsere Regenbogenkinder belehrten uns eines Besseren. Es war eine Freude sich mit Ihnen auf diese Bildungsreise zu begeben. Mit Kinderaugen die Rechtswelt anzusehen öffnet einem ganz neue interessante Perspektiven.

Anja Penni