Eine kleine Gruppe Rechtsextremer hatte für den 7. Juni eine Demonstration am Hennefer Rathaus angemeldet. In ähnlicher Weise waren sie schon eine Woche vorher in Eittorf aufgetreten und ziehen so zurzeit von Ort zu Ort. Postwendend hat eine Henneferin eine Gegendemo unter dem Titel „Hennef bleibt bunt“.angemeldet. Dieser Aufruf wurde von Bürgermeister Klaus Piepke und allen Ratsfraktionen unterstützt und mit einer „Gemeinsamen Erklärung“ bestärkt. Den Aufruf und die Gemeinsame Erklärung haben wir auch hier veröffentlicht.

So standen dann den 5-7 Rechtsradikalen von der „Identitären Aktion“ nach Polizeiangaben 622 Henneferinnen und Hennefer aus den verschiedensten Gruppen und Bereichen unserer Stadt gegenüber. Darunter auch viele Mitglieder unserer Kirchengemeinde aus allen Generationen.
Auffällig war das farbenfrohe Schild aus dem evangelischen Kinder- und Jugendhaus Klecks mit der Aufschrift „Jeder ist wundervoll. Nein zu Rassismus“. Dieses Plakat musste nicht erst für die Demo gemalt werden. Es war Teil eines Cross-Over Jugendgottesdienstes vor etwa 10 Jahren und macht seit dem in unserem Haus an der Deichstrasse deutlich, dass diese Botschaft beständiger Teil unseres Gemeindelebens ist. Aus gutem Grund ist der Satz „Gemeinschaft gestalten in Verschiedenheit“ einer der Leitsätze unserer Gemeindekonzeption.

Foto: Herzner

Foto: Herzner

Schon beim Eintreffen auf dem Demonstrationsplatz vor dem historischen Rathaus wurde Pfr. Niko Herzner gefragt: „Dieser Satz – Jeder ist wundervoll – gilt der auch für die, die da jetzt gleich kommen?“ Die deutliche Antwort: „Ja natürlich. Die Gedanken und Äußerungen der Rechten sind abscheulich, aber trotzdem sind die Menschen dahinter doch ganz wunderbar. Das gilt doch für jeden!“
Später erinnerte er in einem Redebeitrag an das Wort von Dietrich Bonhoeffer „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Übelsten, gutes erwachsen lassen kann und will.“ In diesem Sinne freute sich Pfr. Herzner darüber dass sich Hennef aus diesem „Übel“ einer Nazidemonstration heraus so bunt und weltoffen gezeigt habe.

Am Ende blieb das gute Gefühl: In Hennef hat sich tatsächlich nicht ein einziger Bürger als Sympathisant neben die Rechtsradikalen gestellt, aber hunderte haben in der strahlenden Sonne eine Erfahrung von Freude, Gemeinschaft und Vielfalt gemacht.