Frei wie ein Drachen im Wind
Uwe Jetzlsberger

In der nahezu vollbesetzten Christuskirche wurde am Pfingstmontag Jenny Gechert in ihr neues Amt als Prädikantin eingeführt. Für sie geht nach einer zweieinhalbjährigen Vorbereitungszeit damit der große Wunsch in Erfüllung, selbst zu predigen und Gottesdienste zu leiten. Durch den Gottesdienst an Pfingstmontag führten Pfarrerin Antje Bertenrath, Gecherts Mentorin, und Assessor Pfarrer Carsten Schleef, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises ‚An Sieg und Rhein‘.

In seiner Ansprache nahm Carsten Schleef Bezug auf den Bibelvers Jesaja 42, 1-3. Ein Text, der für Jenny Gechert eine besondere Bedeutung hat. Als „Mitarbeiterin im Reiche Gottes“ gehöre es zu ihren Aufgaben, so Schleef, Menschen in Verbindung mit Gott zu bringen. Zu stützen, was wankt, zu ermutigen, wo Zerbrechen droht und selbst nicht nach oben zu streben, sondern sich den Schwachen zuzuwenden und sie aufzurichten. „Damit liegen Sie auf der Spur Jesu Christi, dem Urbild und der Kraftquelle“, so Schleef.
Im Rahmen ihrer Ordination erhielt Jenny Gechert, die mit ihrer Familie in Westerhausen lebt, Zuspruch von vielen Seiten. Sowohl das Pfarrteam als auch Vertreter des Presbyteriums drückten ihre guten Wünsche für die neue Aufgabe aus: Am Aufbau der Gemeinde mitzuwirken und den Menschen zu helfen, im Glauben dankbar zu leben und getröstet zu sterben. Junge Erwachsene aus der Gemeinde, mit denen Jeny Gechert als Jugendleiterin zusammenarbeitet, wünschten alles Gute mit dem Lied von Albert Frey „Anker in der Zeit“.

Für ihre Predigt nutzte die frisch eingeführte Prädikantin das von ihr selbst gestaltete Bild eines bunten Flugdrachens am blauem Himmel. Daran machte Gechert deutlich, wie sich Glauben für sie anfühlt: Sich frei zu fühlen durch die Liebe Gottes wie der Drachen im weiten Himmel und zugleich verbunden zu sein mit dem Göttlichen durch die Schnur, die dem Drachen Halt und Verankerung gibt. Nicht alleine im Wind zu fliegen, sondern als einer von mehreren Drachen Gottes Geist spüren, der sich im Wind ausdrückt und der den Drachen durch die Lüfte hebt. Und auch dann, wenn einmal Wolken aufziehen und das Leben schwerer wird, die Wandlung zu erfahren von Schwäche in Stärke als Geschenk Gottes an uns Menschen.

Text: Petra Biesenthal