Eine Dosis „Lutherol“ für den Kirchenchor

Sonntag, 5. November, Ausflugstag – es regnete in Hennef, als viele vom Chor zum 11 Uhr Taizé-Gottesdienst in die Christuskirche kamen.

Ob Musik und Gesang eine positive Wetterwende bewirkt haben?
Denn bei trockener Witterung nach 12 Uhr startete der volle Reisebus Richtung Westerwald…
draußen eine bunte Herbstlandschaft und im Bus eine fröhliche Chorgemeinschaft, teils mit Partnern und auch Gastteilnehmern aus der Gemeinde.
Abtei Marienstatt…okay…das Marienstatter Brauhaus – der erste Anlaufpunkt, Mittagessen war angesagt.
Danach bewunderten alle die Klosterkirche samt Außengelände, dieses Kunstwerk mit dem gotisch-barocken-neugotischen Mix. Man gerät ins Staunen, egal ob man Marienstatt kennt oder zum ersten Mal diesen zisterziensischen Kirchbau besucht.
„Ora et labora“ – Bete und arbeite!  Der erste Teil aus dem Leitsatz des hl. Benedikt war für den Chor mit Kanon und Segenslied nicht schwer zu erfüllen. Angeleitet von Sanghwa Lee stimmten alle aus vollem Herzen ein in den Lobpreis Gottes, weil es besonders Spaß macht in einer so wohlklingenden Kirche zu singen.

Anschließend führte die „Drei-Kirchentour“ weiter nach Kirburg:
drei Kirchen, morgens die vertraute Christuskirche in Hennef, mittags Abtei und Basilika Marienstatt und dann nachmittags die evangelische Kirche in Kirburg.
Die dortige Gemeinde bezeichnet ihre Kirche aus dem 19. Jahrhundert liebevoll als Schmuckstück im oberen Westerwald. Kirburg gehört zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und dort zu den ländlichen Gemeinden.
Welche Erwartung verknüpft man in einem solch eher traditionellen Umfeld mit der Ankündigung: Reformatorisches Kammer-Musical?
Vermutlich nicht Kleinkunst vom Feinsten!
Aber genau das bietet Miriam Küllmer-Vogt in „Wenn Engel lachen“, die Liebesgeschichte(n) der Katharina von Bora.
Sie beeindruckte mit ihrer Ein-Frau-Aktion als Katharina.
Zwei Stunden nahm die studierte Theologin die Zuschauer mit in das Wittenberg von 1524. Peppig und provokant agierte sie im Altarraum und führte Dialoge mit einem imaginären Martin Luther ebenso mit den Cranachs. Man konnte sich die betreffenden Personen richtig vorstellen.
Dazu stimmlich wunderschöner Gesang und groovige Musik – begleitet wurde Miriam Küllmer-Vogt am Klavier von ihrem Partner (die gemeinsamen Projekte findet man unter „Theater Zauberwort“).

Beim Aussuchen dieses tollen Ausflugsprogramm für den Kirchenchor hatte Jürgen Stübner das richtige Händchen, ein herzliches Dankeschön für dieses Komplettangebot!

Bärbel Reiter
Foto: Wilma Werning