Kollekten: “Da wird einem angst und bange”
Stefan Heinemann

Hilfsorganisationen warnen vor einer Ausbreitung des Coronavirus in Entwicklungs- und Schwellenländern. Und wegen der Krise hierzulande fürchten sie zugleich einen deutlichen Spendenrückgang – auch weil in den Kirchen keine Kollekten mehr gesammelt werden, wenn die Gottesdienste ausfallen.

Bei der Evangelischen Kirche im Rheinland kann deshalb hier die eigene Sonntagskollekte direkt überwiesen werden – online, bargeldlos und für einen Spendenzweck der eigenen Wahl.

Die medizinische Versorgung der Menschen in Krisenstaaten wie Venezuela oder in Kriegsgebieten wie Nordsyrien sei besorgniserregend, sagte der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, im domradio. “Wenn man sich dann überlegt, was jetzt in Italien passiert ist, einem sehr hoch entwickelten Land, dann wird einem angst und bange.”

Zudem könnten die Lebensverhältnisse in vielen Ländern die Ausbreitung des Virus begünstigen, fürchtet der Geschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon: “Allein in Indien leben 70 Millionen Menschen dicht gedrängt in Slums”, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur. “Da können Sie Abstandhalten zur Eindämmung von Infektionen vergessen.”

Zugleich wächst die Sorge, dass die Spendenbereitschaft der Deutschen zurückgehen könnte – einerseits aufgrund der eigenen Betroffenheit durch das Coronavirus, andererseits aufgrund der Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie. Denn erstmals finden nun in der Fastenzeit keine Gottesdienste statt – in denen sonst im Rahmen der Fastenkollekte für Entwicklungsländer gesammelt wird. Hilfswerke rechnen darum mit massiven Einbrüchen beim Spendenaufkommen.

Auf unserer Homepage geben wir ab jetzt zu jedem Sonn- und Feiertag die Kollektenzwecke bekannt, die vom Hennefer Presbyterium für die Sonntagsgottesdienste vorgesehen worden waren. Wir bitten Sie herzlich, Ihre Kollekte dorthin – oder an ein anderes Projekt Ihrer Wahl – zu überweisen.

Stefan Heinemann