Täglich eine Zeit der Stille
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Seit fast 20 Jahren findet in der Christuskirche in der Adventszeit an jedem Werktag um 19 Uhr ein Abendgebet statt. Einfachheit und Stille, das sind die besonderen Merkmale dieses Angebots, das rund 30 Minuten dauert.

Die TeilnehmerInnen sitzen in den Bänken der geheizten Kirche, die nur von Kerzen erleuchtet ist. Mitsingen, Schweigen, Nachdenken, Zuhören und Durchzuatmen, alles ist möglich. Das Abendgebet folgt immer der gleichen Liturgie. Dabei wechseln sich einfache Gesänge aus Taizé oder bekannte Adventslieder mit Gebet, Bibelvers und Stille ab. Es gibt auch die Möglichkeit, Kerzen zu entzünden.
Mit seinem schlichten Ablauf will das Abendgebet verlangsamen, Achtsamkeit schärfen, verweilen. „Was sagt mir dieses Bibelwort heute? Wo berührt es mich? Wie passt es zu meinem Tag? Was brauche ich jetzt? Wofür bin ich dankbar?“

30 Minuten vor Gott verweilen, davon zweimal für fünf Minuten schweigen und in Ruhe meine Gedanken fassen, auf Gott hören. „So eine Auszeit tut immer gut“, weiß Pfarrerin Antje Bertenrath, die das Abendgebet anleitet. „Bei der ganzen Betriebsamkeit im Advent ist diese abendliche Atempause besonders nötig.“

Einfach Stille genießen, an Gott denken
Manche Leute kommen jeden Abend, andere an bestimmten Wochentagen, wieder andere nur einmal in der Adventszeit. Die Menschen fühlen sich wohl: einfach Stille genießen, an Gott denken. Mitbringen muss man nichts – vielleicht Sehnsucht, vielleicht Geduld. Vielleicht braucht es zwei oder drei Versuche, ehe man das Abendgebet genießen kann, weil es nicht so leicht ist, von „vollem Betrieb“ auf „Gebet“ umzuschalten.

In diesem Jahr findet das Abendgebet von Montag, dem 4. Dezember bis Samstag, dem 23. Dezember von Montag bis Samstag statt. An den beiden Samstagen, 9. und 16. Dezember fällt das Abendgebet aus. Am 16. Dezember findet stattdessen um 17:00 Uhr ein Taizégebet in St. Remigius in Happerschoß statt.

Text: Antje Bertenrath/Petra Biesenthal