30.9.: Prädikant Knippschild wird entpflichtet
privat

Friedemann Knippschild beendet seinen Dienst als Prädikant und wird entpflichtet im Gottesdienst am 30. September, ab 9.30 Uhr. Über sein Leben und seinen Dienst in der Gemeinde sprach er mit Dorothee Akstinat und Gunhild Berg.
Friedemann Knippschild ist Prädikant in unserer Gemeinde und sagt von sich: “Ich bin ein Optimist!” Er lebt mit seiner Frau Bärbel seit 2005 in Hennef und wurde hier 2009 zu diesem ehrenamtlichen Dienst ordiniert.

Erzählen Sie uns bitte etwas aus Ihrem Leben und wie Sie zu diesem Ehrenamt gekommen sind.
Ich wurde 1942 im Sauerland als Sohn eines Pfarrers geboren. Zunächst war ich in meiner Jugend kirchlich engagiert, z.B. im CVJM (Christl. Verein Junger Menschen) tätig. Nach der Schule habe ich mich aber erst einmal aus dem kirchlichen Leben zurückgezogen, weil mich der Unfalltod meines Bruders sehr verunsichert hatte. Beeinflusst durch einen Verwandten habe ich eine kaufmännische Lehre gemacht und dann als kaufmännischer Angestellter in Plettenberg/Sauerland gearbeitet.
Da ich keinen Wehrdienst absolvieren wollte, ging ich in die Diakonenanstalt Martineum der Orthop. Heil- und Pflegeanstalt Volmarstein/Ruhr. Dort machte ich von 1962 bis 1967 die Ausbildung zum Diakon, die auch die Ausbildung zur Krankenpflege beinhaltete. Durch Gespräche mit Dozenten fand ich wieder zurück zum Glauben. Anschließend war ich ein Jahr lang Kreisjugendwart der Synode Soest und habe in dieser Funktion Mitarbeiter weitergebildet.
1967 haben meine Frau Bärbel und ich geheiratet und später 2 Töchter bekommen. Als Fortbildung machte ich ein Fernstudium bei der Studiengemeinschaft Darmstadt und schloss diese als “Praktischer Betriebswirt” ab. In verschiedenen Firmen habe ich dann im Raum Westfalen und Berlin in der Ver-triebsleitung, im Marketing und als Geschäftsführer gearbeitet.

Kann man sagen: “Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust”? Einmal der berufliche Schwerpunkt als Kaufmann und zum zweiten die ehrenamtlichen Dienste im kirchlichen Bereich?
Ja, neben- und ehrenamtlich habe ich mich immer für die Kirche mit ihren vielfältigen Aufgabengebieten eingesetzt: Mitarbeit beim CVJM, die Ausbildung zum Diakon und später von 1975 bis 1978 die Ausbildung zum Laienprediger der Ev. Kirche in Westfalen im Pastoralkolleg Villigst. Ich war lange Jahre Presbyter in meiner Heimatgemeinde, Mitglied der Synode und im Finanzausschuss der Landeskirche. Während Pfarrstellen-Vakanzen habe ich neben meinem Beruf Sonntagsgottesdienste gehalten und auch Gemeindekreise geleitet. Die Freude an der Kommunikation habe ich von meinen Eltern gelernt.

Das war ja ein großes Pensum neben dem normalen Beruf! Erinnern Sie sich denn noch an Ihren ersten selbstgeleiteten Gottesdienst? Hatten Sie starkes Lampenfieber?
Gute Vorbereitung hilft gegen Lampenfieber! Da mir das Predigen und die traditionellen Gottesdienste allgemein viel Freude machen, habe ich diese Aufgaben noch vertieft, als ich 2005 Rentner wurde. Da konnte ich meine Lebenserfahrung auch durch meinen “2. Beruf” einfließen lassen.

Wie kamen Sie denn nach Hennef?
Weil sich unsere Kinder im Raum Köln ansiedelten, zogen wir nach und landeten in Hennef, wo wir beide uns gleich in der hiesigen Gemeinde wohlfühlten. An der Theologischen Fakultät der Universität Bonn hörte ich als Gasthörer Vorlesungen und begann bald die Ausbildung zum Prädikanten für die Ev. Kirche im Rheinland. Seitdem predige ich, wie es vorgeschrieben ist, mindestens 4x jährlich in Hennef und werde daneben in anderen Gemeinden des Kirchenkreises als Vertretung nachgefragt. Denn besonders in kleinen Gemeinden mit nur einer Pfarrstelle ist oft Einsatz von außen nötig.

Die Gottesdienstabläufe in den einzelnen Gemeinden sind doch nicht alle gleich – wie finden Sie sich denn überall zurecht?
Insgesamt habe ich in 14 verschiedenen Gemeinden unserer Synode Dienst getan und kenne so alle Variationsmöglichkeiten! Ich habe die Gemeinden gebeten, mir jeweils die genauen Abläufe ihrer Gottesdienste zuzusenden, und so habe ich eine Liste und finde mich überall zurecht.

Nun wird am Sonntag, den 30.September 2018, der “Gottesdienst zu Ihrer Entpflichtung” in der Christuskirche gefeiert, d.h., Sie werden hier nicht mehr Gottesdienste halten. Da wird Ihnen doch sicher auch etwas fehlen, oder?
Durch diese “offizielle Entpflichtung” bin ich nicht mehr verpflichtet, regelmäßig in Hennef ehrenamtlichen Dienst zu tun, und ich werde auch sicher nicht mehr so häufig als Vertreter angefragt werden. Aber ich kann schon noch ab und an Gottesdienste und Amtshandlungen leiten.

Dann sind Sie ab Oktober freier und haben mehr Zeit – für was?
Ich lese und fotografiere sehr gern. Viel Spaß machen uns auch Kurzreisen an viele verschiedene Orte, die bisher zeitlich bedingt nur selten möglich waren.

Haben Sie auch ein Lieblingslied oder einen Lieblingsvers?
Ja, das Lied Nr. 200 aus dem Evangelischen Gesangbuch “Ich bin getauft auf Deinen Namen ” singe ich besonders gerne.
Außerdem ist mir mein Konfirmationsspruch aus Philip. 4,13 sehr wichtig: “Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.” So gefestigt kann ich für mein Leben sagen: Ich bin ein Optimist und habe “In-Chancen-Denken” gelernt.