Weihnachtspredigt: Licht der Liebe
Heike Hyballa

Gott will, dass es uns gut geht! Deswegen ist er selbst Mensch geworden und als kleines Baby im größten Chaos, in einem Stall, zur Welt gekommen.
Um uns zu zeigen, wie unermesslich groß seine Liebe zu uns ist und das es dabei keine Rolle spielt, in welchen Lebensumständen wir uns gerade befinden.

Das ist die Botschaft, welche sich in den einzelnen Päckchen versteckt hatte und weshalb wir Weihnachten feiern.
Das ist großartig, ohne Frage! Und selbstverständlich auch ein Grund zur Freude, aber ist damit wirklich schon alles gesagt?

Ein letztes Päckchen befindet sich noch im Raum und auch dieses möchte ich gerne mit Ihnen gemeinsam öffnen.
Wer hat das Paket mit der Nr.7 an seinem Platz gefunden?
Ein Teelicht und eine Bibel.

Nun, beides hat wohl irgendwie mit Weihnachten zu tun. Die Weihnachtsgeschichte steht in der Bibel und Kerzen zünden wir an Weihnachten auch an.
Aber ist das alles? Und warum sind beide Dinge in einem.

Hören wir dazu zunächst auf einen Text aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 9, 1-6 nach Gute Nachricht):
1 Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf.
2 Herr, du vermehrst sie und schenkst ihnen große Freude. Sie freuen sich vor dir wie bei der Ernte und wie beim Verteilen der Kriegsbeute.
3 Wie damals, als du das Volk von den Midianitern befreit hast, zerbrichst du das Joch der Fremdherrschaft, das auf ihnen lastet, und den Stock, mit dem sie zur Zwangsarbeit angetrieben werden.
4 Die Soldatenstiefel, deren dröhnenden Marschtritt sie noch im Ohr haben, und die blutbefleckten Soldatenmäntel werden ins Feuer geworfen und verbrannt.
5 Denn ein Kind ist geboren, der künftige König ist uns geschenkt! Und das sind die Ehrennamen, die ihm gegeben werden: umsichtiger Herrscher, mächtiger Held, ewiger Vater, Friedensfürst.
6 Seine Macht wird weit reichen und dauerhafter Frieden wird einkehren. Er wird auf dem Thron Davids regieren und seine Herrschaft wird für immer Bestand haben, weil er sich an die Rechtsordnungen Gottes hält. Der Herr, der Herrscher der Welt, hat es so beschlossen und wird es tun.

Wie können wir, angesichts des aktuellen Weltgeschehens von einem „Frohen Fest“ sprechen? Das war die Frage, die eingangs in unsrem kurzen Anspiel gestellt wurde.
Und dieser Text, den wir eben gehört haben, scheint diese Frage noch zu bekräftigen.
Schonungslos deutlich beschreibt Jesaja hier den Unfrieden seiner Zeit.
Er spricht dabei von Unterdrückung, Peitschenhieben und blutigen Soldatenmänteln.

Bilder, die uns schaudern lassen, denn schnell wird uns bewusst, hier geht es nicht nur um die Zeit, in der Jesaja lebte, sondern was hier beschrieben wird, das ist brandaktuell, das ist die Realität unserer Welt.
Wir wissen, dass sich etwas ändern muss und wir wollen ja auch etwas ändern, doch wir wissen nicht wie. „Wir, als einzelne Bürger können da doch eh nichts machen“, denken wir uns resignieren.
Verzweifelt hoffen wir auf die Mächtigen, auf die Befehlshaber und Staatschefs dieser Welt. „Wenn die es nicht ändern können, wer denn dann?!“
Ja, wer denn dann???

Die erlösende Antwort gibt uns Jesaja im zweiten Teil seiner Vision:
Denn ein Kind ist geboren, der künftige König ist uns geschenkt!
Und dieses Kind ist Gottes Sohn, ist Gott selbst!
Ja, vielleicht hat diese Welt Gott verloren, aber Gott gibt diese Welt nicht verloren!
Er selbst kommt inmitten alle Dunkelheit und erhellt sie mit seiner Liebe.

Wir müssen uns nicht fürchten, sondern dürfen voller Hoffnung und Zuversicht sein, denn wir können darauf vertrauen, dass Gott da ist.
In Jesus ist Gott selbst Mensch geworden und uns auf dieser Welt erschienen. An Weihnachten ist er geboren, der umsichtige Herrscher, mächtige Held, ewige Vater, der Friedensfürst.

Und diese Namen bringen sie ganz klar zum Ausdruck, die Macht Gottes.
Keine Macht, die sich durch Waffen, Bomben und andere Art von Gewalt profilieren muss, sondern die Macht der Liebe, die die Welt retten und dauerhaften Frieden schaffen kann.

Und dieses Teelicht ist ein Symbol für die Liebe Gottes, die durch Jesus in unsere Welt gekommen ist.
Lassen wir uns von dieser Liebe anrühren, geben wir sie an andere Menschen weiter und folgen wir damit Gottes Weg.

Denn lieben können wir alle. Das ist ganz einfach. Oft reicht schon ein freundliches Wort, eine aufmerksame Geste oder ein aufmunterndes Lächeln, um den Tag eines anderen Menschen zu erhellen.

Gleich, während des nächsten Liedes, werden die Jugendlichen Teelichte an Sie verteilen. Nehmen Sie dieses Licht mit nach Hause und lassen Sie sich durch den hellen Schein seiner Flamme an die Liebe Gottes in ihrem Leben erinnern. Oder verschenken Sie es weiter und erzählen sie dadurch einem anderen Menschen von dieser Liebe und von Gottes Sohn, der heute für uns geboren wurde.
Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest! Amen.

Predigt im Gottesdienst am 24.12.2015
von Jenny Gechert; Foto: Jenny Gechert